der brandneue Roman

TRUDE 1908 - 1998

Trude wächst als siebtes Kind in einem kargen Männerhaus in Estland auf. Als junge Frau erblüht sie an der Seite ihres Liebsten Valentin. Die beiden gründen eine Familie und siedeln nach Leningrad. Kurz vor Ausbruch des zweiten Weltkrieges nimmt die Familie die Chance wahr und migriert nach Darwin, wo der Familienvater eine Anstellung als Ingenieur in einer Werft bekommt. 

 

Trude überlebt dank ihrer Aborigines Freundin Bakana den Bombenhagel, den die Japaner im Februar 1942 über Darwin abwerfen. Die Kriegsjahre verbringt sie mit den Kindern im Schutz des Outbacks. Nach Kriegsende findet Trude wieder Normalität in der Arbeit und beim Begleiten ihrer Halbwüchsigen. Auf wundersame Weise gelangt ein Bernstein, den Trudes Mutter einst an einem baltischen Strand gefunden hat, zu Trude und wird fortan als symbolträchtiger Frauenstein von Mutter zu Tochter weitergereicht. 

Trudes Kinder Sergej, Philipp und Anne werden flügge und gründen ihre eigenen Familien. Zwischen ihrer Enkelin Meilin und Trude entwickelt sich eine besondere starke Bindung. 

 

Nachdem der Zyklon Tracy 1974 Darwin ein zweites Mal dem Boden gleich macht, siedelt Trude zu Anne nach Brisbane. In ihrem letzten Lebensabschnitt gibt sie sich als Betreiberin eines Antiquariates ihrer Liebe zu Büchern hin. 

 

Trude bezeichnet sich gegen Ende ihres Lebens als unausrottbare Wurzel. Zu Recht! Sie hat sich nie verbiegen lassen und sich stets ihren Eigensinn bewahrt. Annes Mann Malcolm pflegte wegen seiner kauzigen Schwiegermutter nur die Augen zu rollen. 

 

TRUDE eröffnet die Bernsteinsaga, erscheint am 18. November 17 und kann ab sofort im Buchhandel und online vorbestellt werden 

 

ISBN 978-3-931560-54-8

Sheema Medien Verlag

Hardcover, 480 Seiten  

20 € / 24 CHF

 

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Bernsteinsaga

Die Bernsteinsaga 

ist vorerst noch ein Reiseplan

 

Seit Mai 2016 habe ich eine Reisegruppe im Kopf, die mich virtuell begleitet. Fünf weibliche Persönlichkeiten, die immer mehr Charakter und Konturen bekommen. Sie drängen mich förmlich, „fürsi“ (vorwärts) zu machen; sie wollen „geboren“ werden. Ich stelle mir Inkarnation so vor: Seelen stehen in einer endlosen Schlange im Paradies vor einer riesigen Rutsche. Da wird gedrängelt und geschubst, jeder will erster sein, kann es kaum erwarten auf die Welt zu kommen. Immer wenn auf Erden ein Paar in Liebe oder Lust zusammenfindet und ein neues Menschlein erschafft, blinkt ein grünes Licht auf. Dies ist das Zeichen für den Vordersten, zu rutschen und unten in das Fleischklümpchen zu schlüpfen, es zu beseelen. 

 

So steht auch meine bunte Frauentruppe über mir bereit zum Absprung. Jede zappelt vor Ungeduld! Jede will ihre Geschichte erzählen, damit ich sie auf Papier bringe. Wie muss ich die Damen immer wieder zur Raison bringen! Alles braucht seine Zeit, Ladies! Und jede der Reihe nach! 

 

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TRUDE (*1908) gab es wahrhaftig. Ich habe die Dame 1988 in Brisbane kennen gelernt. In meiner autobiographischen Erzählung ESMERALDA (2014) habe ich ihre Odyssee von Estland über St. Petersburg nach Australien eingeführt. Trude erlebte ich mit ihren vitalen achtzig Jahren. Ihre faszinierende Migrationsgeschichte ist wahr, die Kinderzahl stimmt, einen deutschen Mann gab’s auch. Alles andere entsprang purer Fabulierlust. Die Geschichte in ESMERALDA endet tragisch. Viele Leser*innen haben mich gefragt: "Ja und jetzt? Was ist denn aus ihr geworden?" Diese Frage hat mich jahrelang beschäftigt. Bei aller Fantasie kann ich etwas nur lebhaft beschreiben, was ich gerochen, gesehen, gefühlt oder geschmeckt habe. Es führte kein Weg daran vorbei, ich musste erst nach Darwin, bevor ich weiter erzählen konnte. 

 

TRUDE hat die Rutsche als erste geschafft. Ihre vollständige Lebensgeschichte erscheint als Roman vor Weihnachten 2017 im Sheema Verlag und eröffnet die Bernsteinsaga. Mein autobiographisches Buch ESMERALDA kann aus heutiger Sicht als "Making of" TRUDE gelesen werden. 

 

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Gleich hinter Trude winkt Mutter MARTHE (*1878): „Meine Reise ist auch bemerkenswert!“ Marthe ist mit ihrer Familie auf einem Fuhrwerk um die Jahrhundertwende vom Schweizerischen Emmental nach Estland ausgewandert. Sie ist eine gschaffige (arbeitssame) und züchtige Frau. Was hat diese Frau an Entbehrungen und Freuden erlebt? Wie war es damals in der Schweiz in der Zeit der Industrialisierung, worauf ist die Täufer Familie im Baltikum gestossen? Das will erforscht und niedergeschrieben werden! 

 

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Trudes Tochter ANNIE (*1939) gibt es auch in echt. Sie schickte mir 1998 einen letzten Brief von Trude, den sie mir auf dem Sterbebett geschrieben hatte. Die Roman-Annie lebt in Brisbane, hat hohe Ansprüche an sich selbst und andere, ist diszipliniert und korrekt. Bestimmt hat sie nie eine Reise weder ins Outback, noch in eine andere Metropole, geschweige denn ausser Land unternommen. Sie wohnt mit ihrem biederen Mann Malcolm in einem bürgerlichen Haus mit Swimmingpool, hat manikürte Finger, kommt immer adrett und aus dem Ei gepellt daher. Die Highlights der Woche sind die samstäglichen Barbecues, Tupperparties mit ihren Freundinnen oder Wohltätigkeitsbasars in der anglikanischen Kirche. Die zwei Kinder Peter und Meilin könnten unterschiedlicher nicht sein. Der Sohn kommt wohlgeraten ganz nach dem Sinn der Eltern. 

 

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Annies Tochter MEILIN (*1961) ist eine wilde Hummel! Mit knapp zwanzig brennt sie mit einem französischen Backpacker durch. Die Biederkeit ihres Elternhauses ist für die temperamentvolle und lebenshungrige Frau wie ein Gefängnis. Sie reist mit dem Franzosen Gérard nach Marokko und landet schliesslich in Südfrankreich in einer Hippiekommune. Meilin lässt nichts aus; Drogen, Alkohol, Männer, Frauen. In Walter, einem Schweizer, der im Retreat spirituelle Erleuchtung sucht, findet sie für kurze Zeit Halt. Er ist der Vater von AMBER, die in der Kommune zur Welt kommt. Meilins Exzesse machen es ihr unmöglich, die Tochter zu versorgen. 

 

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AMBER (*1986) kommt mit roten Haaren zur Welt. Den Namen verdankt sie dem Bernstein, der Marthe auf dem Weg ins Baltikum in der Bucht von Riga gefunden hatte, und jeweils von Mutter zu Tochter weitergereicht wurde. Amber ist erleichtert, als ihr Vater sie zu sich nach Zürich holt. Ihr Dad wird ihr ruhiger Pol, der sie mit seiner klugen Weltsicht prägt. Sie beginnt sich für globale Zusammenhänge zu interessieren, studiert und engagiert sich politisch. 

 

AMBER hat sich an MARTHE vorbeigedrängelt. Ich recherchiere und schreibe aktuell an ihrem Manuskript. Ambers Geschichte wird Winter/Frühjahr 2019 als Band zwei der Bernsteinsaga erscheinen. 

 

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Die Frauen meiner Reisegruppe unterhalten sich in meinem Kopf, diskutieren über das Weltgeschehen aus den verschiedenen Perspektiven und Lebenserfahrungen, streiten über verschiedene Standpunkte. In einer Sache sind sie sich aber einig: Es wird allerhöchste Zeit, dass sich die Frauen weltweit erheben und sich eingeben. Es braucht dringend mehr Herz, Solidarität und Intuition auf diesem Planeten.