Stilles Haus an Pfingsten

Wie still es im Haus ist! 

 

Nur eine Schmeissfliege, die frustriert immer wieder gegen die Scheibe knallt, macht Lärm. Und mein Löffel, der in der Müeslischale schabt. Ein Sohn ist im Haus, er macht Ramadan im Selbstversuch, um herauszufinden, wie es seinem muslimischen Mitschüler dabei ergeht. Er isst nicht mit mir und lebt zur Zeit sowieso pubertär zurückgezogen in seinem Zimmer. Der Mann ist an einem Anästhesiekongress, der Kleine bei einem Freund zur Champions League Übernachtung. Die Katzen jagen im Garten Schnecken und Insekten. Das Gewitter hat die Luft gereinigt und hat Platz gemacht für den heiligen Geist, der sich an Pfingsten über uns ergiesst. 

 

Ich sitze da und sinniere. Die Schmeissfliege surrt und gibt nicht auf. Das geöffnete Fenster checkt sie nicht, dumme Kreatur...

Und ich freue mich. In wenigen Stunden zieht wieder fröhlicher Lärm ein. Alle kommen am Abend nach Hause zum Raclette. Auch die Grosse reist aus Luzern mit ihrem neuen Freund an. Der macht mich, uns alle etwas chribbelig. Auf dem Foto sieht er sehr sympathisch aus. Aber, was wenn er Donald läss findet oder uns nicht mag?

 

Mit den Freunden der Kinder kommen immer auch andere Ideen, Konzepte und Weltanschauungen ins Haus. Und das ist richtig gut so.