Jedes Buch hat seine Zeit

"Paula" von Isabelle Allende wird als ein "Meilenstein" Buch in mein Leben eingehen. Ich erinnere mich noch ganz genau in welcher Phase ich Hesses "Glasperlenspiel" und "Siddharta" gelesen habe und welche physisch manifestierte Begeisterung - in Form von Hühnerhaut Wellen - und welche Befreiungsschläge sie im Hirn ausgelöst haben. So wirkt Allendes persönlichstes Buch ebenso wie dereinst Hesse wie ein Katapult, das mich in eine neue Bewusstseinsebene schleudert. 

 

Schauderhaft traurig ist es, zu lesen, wie die Mutter ihre Tochter beim Sterben begleitet. Es inspiriert mich, auf welch verschlungenen Pfaden, sie ihre Berufung als Schriftstellerin findet. Schmunzelnd erkenne ich mich in ihren Männergeschichten wieder.

 

Ich liebe es aus Romanen Geschichte und politische Zusammenhänge zu lernen. Dies ist weitaus spannender als trockenes Büffeln. Der chilenische General Pinochet war mir als Kind in den 70ern als Fernsehbild in den Abendnachrichten bekannt. Aber welch Schlächter er war, wird mir jetzt erst bei der Lektüre bewusst. 

 

Ich erschrecke über die Rundumschläge vom neuen amerikanischen Präsidenten und kann es kaum fassen, dass der wirklich ernst macht. Tröstlich wird mir aus der Zeitperspektive, dass jedes Monster vergänglich ist, so wie Pinochet auch. Ich weiss nicht, wohin uns diese aktuelle Ära führt. Doch trotz des Chaos, der Verstörung, der Verunsicherung glaube ich an ein gutes Ende. 

 

Die Menschheit wird gerade auf vielen Ebenen geschüttelt und geprüft. Und klar, einzelne können mit einem Knopfdruck, mit einem Fehlentscheid Fatales bewirken. Wenn man den Medien glaubt, schlittern wir in einen neuen (endlichen) Krieg. Die Hatz und Propaganda ist gross.

 

ABER! Ich rieche und sehe und höre AUCH die Menschen, die sich formieren. Es sind Frauen, die sich solidarisieren, es sind Männer, die sich nicht mehr im Leistungskorsett einzwängen lassen, es sind Kriegstraumatisierte, die es anders machen wollen. Unter der dicken Eisschicht des Winters, finden die Wasserrinnsale zusammen, bilden sich neue Ströme, fluten im Stillen. Und irgendwann, wenn die Zeit reif ist, brechen sie an die Oberfläche durch. 

 

Was kann es Schlimmeres geben, als das eigene Kind gehen lassen zu müssen? Wie kann eine Mutter, ein Vater mit dem Verlust weiterleben? Wie kann man nach Folter verzeihen? Es geht. Mit Schrammen und Narben.

 

Paula ist ein Prozessbuch, ein Schicksalsbuch, ein Buch, das nicht schont und nichts auslässt. Und gerade darin liegt die Kraft und gibt mir gerade in diesen verstörenden Zeiten Orientierung.

 

Es ist wie es ist. In der Annahme dessen, kann ich mich fallen lassen, alle Emotionen annehmen, still werden, neue Ausrichtung finden und im Aussen einen Unterschied machen. Wir Menschen sind nicht für ewig verdammt, die Geschichte zu wiederholen! Wir können es anders machen. Und ich glaube, es ist allerhöchste Zeit, dass das Feminine, seinen Platz auf dem öffentlichen Parkett einnimmt. Ich meine nicht per se "die Frau" (militante Politikerinnen oder Unternehmerinnen, die sich durch die Macht boxen, finde ich ebenso kontraproduktiv.. ) sondern der emphatische, solidarische, versöhnliche, verletzliche Wesenszug, der Frauen eher gegeben ist, aber wachen Männern ebenso inne ist. 

 

Paula wird mein Buch des Wandels.

 

 

Aktuelles


 

TRUDE 

 

* LESUNGEN WIEN

Freitag, 23. November 2018, 18.30 Uhr

Salon Gustl im GUSTL KOCHT, Erdbergstrasse 21, A-1030 Wien

 

Samstag, 24. November 2018, 18.30 Uhr

Fahrschule Liesing, Breitenfurterstrasse 334, A-1230 Wien

 

 

AMBER  

 

BUCHVERNISSAGE 

Freitag, 14. Dezember 2018, 19.30 Uhr 

Buchhandlung Bodan Kreuzlingen, Hauptmasse 35, CH-8280 Kreuzlingen/TG  

Autorinnenlesung, Musikalischer Rahmen: Matthias Rist

 

Mittwoch, 19. Dezember 2018, abends

Bergtrotte Osterfingen, Restaurant 1584, CH-8218 Osterfingen/SH

Autorinnenlesung, Musikalischer Rahmen: Matthias Rist

 

 

  

 

* TRUDE * ESMERALDA und mein KIND IST EIN EINHORN 

sind ab sofort als E-Book erhältlich