Es regnet nie in der Trockenzeit (Dry Season)

Es regnet nie in der Trockenzeit - Die Aussage der Queensländer ist mittlerweile unser Running Gag.

 

Ich sitze mit meinem Morgenkaffee auf einem Treppenabsatz im Garten unserer Unterkunft in Brisbane. In der Morgenfrische trage ich zum ersten Mal einen Rollkragenpulli. Ich habe ihn also doch nicht umsonst mitgenommen. Die anderen langärmeligen, leichteren Pullis, T-Shirts, Jeans, Socken und Schuhe habe ich vor ein paar Minuten in die Morgenbrise an die Wäscheleine zum Trocknen aufgehängt.

 

Wir sind gestern bis auf die Haut klatschnass geworden. In der Trockenzeit.

 

Unsere Unterkunft befindet sich im angesagten West End von Brisbane in einer ruhig gelegenen Nebenstrasse. Im Gärtchen spazieren glückliche Hühner, am Horizont erhebt sich die Skyline der Innenstadt, idyllisch, urban und hipp.

 

Unsere Vermieter haben uns zwei Räder zur Verfügung gestellt , was mich sehr verzückt. Zwei weitere für die Jungs konnten wir über das städtische Bike-Vermietungs-System beziehen. Es dauerte am Morgen eine nervenaufreibende Weile, bis wir bei der Recherche im Netz verstanden haben, wie es funktioniert.

 

Alle paar Kilometer gibt es eine Velo-Station, wo man die Räder per Code ausleihen und wieder deponieren kann. Der Stadtverkehr war zu Beginn eine Herausforderung; auf zwei bis vier Spuren preschten die Autos und Trucks an Fussvolk und Radfahrer vorbei. Die Stadt ist sehr laut und umtriebig. Als wir die Velowege endlich gefunden haben, wurde es zum puren Vergnügen, die Stadt zu erkunden.

 

Auf dem Riesenrad in der South Bank drehten wir eine Runde und haben die Großstadt von oben betrachtet. Das war eindrücklich. Danach sind wir durch den botanischen Garten, der Flussschlaufe entlang zur Innenstadt - auf die Insel – wie sie die Einheimischen die City nennen - geradelt. Nachdem Souvenirs besorgt waren, haben wir uns auf den Heimweg gemacht. Die Augen stets auf Strassen und Sehenswürdigkeiten gerichtet, haben wir nicht bemerkt, dass sich der Himmel verdunkelt hatte.

 

Und - splash - ergoss sich der Himmel über uns. Aber so richtig! Mit der guten Laune ging es bergab. Es hat uns Eltern herausgefordert, die Jungs die letzten Kilometer bis zu Hause zu motivieren. Wir mussten bei jeder Strassenkreuzung anhalten und uns orientieren. Der Regen lief uns in die Augen und erschwerte die Sicht auf die Strassenschilder.

 

Wir wollten zu Matthias Geburtstag eigentlich auswärts essen gehen. Endlich in der Unterkunft angekommen war aber niemand mehr dazu zu bewegen, noch einen Fuss vor die Tür in die nasse Nacht zu setzen. So gab es, was der Kühlschrank noch hergab: Pasta und Pesto.

 

Beim Abwasch bekamen wir plötzlich nasse Füsse. Wasser drang unter der Küchenkombination durch und bildete Pfützen. ??? Schnell holten wir den Vermieter, der über dem Ferienappartement wohnt. Er erkannte auf einen Blick, dass es nicht vom Regen sein konnte. In der Regenzeit seien sie ganz andere Wassermassen gewohnt. Und der Trockenzeit regnet es ja sonst nie.

 

An einer Wand bildeten sich Blasen und der Vermieter wusste auf Anhieb woher die stammten. Mit einem Satz war er wieder draussen, hastete nach oben und kam nach ein paar Minuten zurück zum Berichten. Seine Teenager Tochter hätte das Badezimmer unter Wasser gesetzt, meinte unser Host mit einem entschuldigenden Seufzer. Wir müssen lachen und beschwichtigen ihn: "Keine Sorge, es macht uns nichts aus. Wir haben Kinder!"

 

Während der Uniprofessor - irgendwas in Biochemie oder so – mit Schrubber und Eimer hantiert, um den Schaden zu beheben, plaudern wir ein wenig, erfahren, dass er aus St. Petersburg und seine Frau aus Köln stammt. Und er entschuldigt sich immer wieder für das Wetter - es regnet nie in der Dry Season - und die Unannehmlichkeiten mit dem Wasserschaden. Und wir versichern ihm noch ein paar Mal, dass es uns wirklich nichts ausmacht.

 

Wie alles aufgewischt und gesagt war, verabschiedet sich unser Gastgeber. Wir kuscheln uns mit trockenen Socken, Pyjama und Decken aufs Sofa und schauen uns auf iTunes "FackjuGöhte2" an. Der stellt sich zwar als grenzwertig für einen Zehnjährigen heraus - er hat die Szene mit dem Pingpongball nicht ganz verstanden - aber wir haben es saumässig gemütlich zusammen.

 

 

 

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Autorinnenlesung, Musikalischer Rahmen: Matthias Rist

 

 

  

 

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