It is a man's world - noch

Darwin wurde in seiner Geschichte von zwei grossen, zerstörerischen Katastrophen heimgesucht; einerseits vom Zyklon Tracy an Weihnachten 1974 und von der japanischen Bombeninvasion am 19. Februar 1942 in der fortgeschrittenen Phase des zweiten Weltkrieges, die sich in den pazifischen Raum ausweitete. Die Bombardierung Darwins wurde für Trude zum dramatischen Schicksalsschlag. Trude war meine Mentorin, deren Leben ich in meinem zweiten Buch „Esmeralda“ bis zu eben diesem Wendepunkt 1942 erzählt habe. Die Geschichte meiner Heldin will fortgesetzt werden. Recherche war mitunter ein Grund nach Darwin zu reisen und auch, warum ich das Museum der Aviatik, das Aviation Heritage Centre, aufgesucht habe.

 

Einzig das Interesse, Hintergründe zu verstehen haben mich zu dieser Flugzeugschau getrieben. Sonst würde ich eine solche Arena inszenierter Militärpotenz nie aufsuchen. Es stösst mich total ab. Ich gebot mir, der Ausstellung offen zu begegnen, um möglichst viel zu lernen und Bilder aufzunehmen, um es für meinen zukünftigen Roman verwerten zu können.

 

Der Superbomber B-52 füllt mit seiner Wucht den ganzen Hangar aus. Unter der Spannbreite seiner Flügel sind kleinere Kampfjets, Helikopter und andere Flugobjekte der Aviatik- und Militärgeschichte ausgestellt. An den Wänden finden sich Fotos, Zeitungsauschnitte und Relikte des Bombardements sowie Uniformen und Requisiten der Militärs.

 

Ich sage es geradeheraus, die Inszenierung und Glorifizierung von Krieg und Heldentum ist die Seite der männlichen Potenz, die ich abscheulich finde. Es soll mir einer einen einzigen Krieg nennen, der zum Segen der Menschheit war. Bomben und Granaten sind Denkfehler, ein tragischer Irrtum, denn sie richten so enormes Leid an, das kein vorangegangener Konflikt rechtfertigt.  Weder im zweiten Weltkrieg, in Syrien, noch im Wahnsinn des aktuellen Terrorismus. Auch der lässt sich nicht wegbomben. Obamas Vorgänger Bush grinst mir heute von einer News Titelseite mit seinem falschen, eingefrorenen Lächeln entgegen. Er und sein Gschpusi Blair rechtfertigen ihre Feldzüge in den Irak damit, dass die Welt ohne Saddam Hussein eine bessere ist. Dann denke ich für mich, die Welt wäre eine bessere ohne dich George Dabbelju, du Kasperlifigur deiner Hintermänner. Amerika (Russland, China.....) hat überall die Finger drin, wo es Uran, Öl, Gas oder andere Bodenschätze hat. Hört endlich auf uns dreist ins Gesicht zu lügen! Wir haben Euch durchschaut!

 

It is an man’s world. Wunderbare, tolle Erfindungen haben Männerköpfe entwickelt und die Menschheit vorangebracht. Dank Mut und Forscherdrang wurden Kontinente, das Weltall, die Meerestiefen ergründet. Doch haben Religionskriege, Wettrüsten, Machtgeilheit und globale Marktwirtschaft unseren Planeten in einen solch desolaten Zustand manövriert, dass es jetzt einfach nur schlau ist, mal was anderes auszuprobieren.

 

Lasst Frauen mit ans Steuer! Nein, stopp! Nicht Frauen per se. Auch eine Frau Clinton ist nur eine Marionette der maffiösen Konzerne. Ich meine eher, es braucht jetzt weibliche Attribute auf der Kommandobrücke der globalisierten Menschheit. Eigenschaften wie: Zuhören, Empathie pflegen, solidarisch sein, teilen, Kooperieren, Kreativität für unkonventionelle Ideen, die Rhythmen der Natur verstehen, dem Wachstum Zeit lassen, voneinander lernen, Gefühle zeigen, einem anderen mal den Vortritt gewähren - all dies steht dem Mann von heute auch! Den meisten Frauen fällt das einfach von Natur aus etwas leichter. Es wäre auch rein optisch ein Gewinn, wenn in der Politik bunte Stoffe die langweiligen uniformierten Sakkos und Krawatten ablösten und für mehr Fröhlichkeit und Stimmung sorgten. Willensstärke, Durchsetzungskraft, Klarheit, Fokussiertheit, Entschlossenheit und Potenz – männliche Eigenschaften – sind nach wie vor sehr angesagt und steht der Frau von heute!  Wenn die ganze Palette der menschlichen Qualitäten, zum Wohle aller und nicht zum eigenen Vorteil eingesetzt werden, blicke ich mit Zuversicht in die Zukunft.

 

Fussball, eine anderen Männerdomäne. Seit ich durch meine Jungs zu diesem Phänomen wie die Jungfrau zum Kind gefunden habe, kann ich diesem Sport aber durchaus etwas Gutes abgewinnen. Es ist ein verträglicher Wettbewerb, bei dem sich Männer messen können und für ihr Vaterland ins Feld ziehen können. Ich habe gehört, dass Männer Missionen brauchen. Dass sich Fussballstars heutzutage wie Diven aufführen und wie Paradiesvögel kleiden, finde ich lustig und unterhaltsam. Im Fussball ist ein bemerkenswerter Wandel hin zu mehr Mut zu Emotionen und Kreativität festzustellen. Testosteron und Östrogen feiern Hochzeit und die Kollegen Serotonin und Endorphin sind mit auf der Party.

 

Auf der Rückfahrt im Taxi erfuhr ich dann auch, wer als erster ins EM-Finale gezogen ist. Ich habe mich bestens mit dem Taxifahrer über Migration, Kinder und Freizeit unterhalten und erwähnt, dass meine Söhne Fussball spielten und passioniert die EM verfolgten. Darauf zückte der Taxifahrer am Rotlicht sein iPad und zeigte mit kindlicher Freude die portugiesische Nationalmannschaft. Der Australier hat portugiesische Wurzeln und verfolgt jedes Spiel mit Ronaldo. So wird er – die Zeitverschiebung eingerechnet - am Montag, 11. Juli nachts um halb vier in Darwin vor dem Fernseher sitzen und im Final mitfiebern: Força Portugal!